Madeiras schönste Aussichtspunkte mit dem Auto: nach Region und Tageszeit
Planen Sie eine Autotour zu Madeiras Aussichtspunkten mit Stopps nach Region, Empfehlungen zum Licht und Tipps für entspanntes Fahren mit genügend Zeitpuffer.
Bei der Suche nach den schönsten Aussichtspunkten Madeiras, die Sie mit dem Auto erreichen, geht es nicht darum, eine Liste mit obligatorischen Fotomotiven abzuarbeiten. Entscheidend ist, welche Art von Landschaft Sie interessiert, in welcher Gegend Sie unterwegs sind und wie viel Zeit Sie am Steuer verbringen möchten. Auf einer Insel mit ausgeprägtem Relief können zwei Aussichtspunkte auf der Karte nahe beieinanderliegen und dennoch an unterschiedlichen Straßen, Höhenlagen und Rhythmen liegen.
Dieser Guide ordnet die Möglichkeiten nach Regionen und Tageslicht. Die Idee ist einfach: Planen Sie ein oder zwei Stopps ein, die zu Ihrer ohnehin vorgesehenen Route passen, statt an einem einzigen Tag einer unerreichbaren Sammlung von Aussichtspunkten hinterherzujagen. Es gibt Meerblicke, tiefe Täler, Klippen und im Osten eine eher trockene Küste. Die vorgeschlagene Reihenfolge ist eine Planungshilfe, keine allgemeingültige Rangliste.
So wählen Sie die „besten“ Aussichtspunkte für Ihre Route aus
„Am besten“ kann vieles bedeuten. Wer zum ersten Mal auf Madeira Auto fährt, ist mit einem gut erreichbaren Stopp, der sich in die Route einfügt, besser beraten als mit einem langen Umweg. Wer mit Kindern reist oder Bergstraßen lieber meidet, findet vielleicht einen entspannten Aussichtspunkt in der Stadt oder an der Küste, nahe einer Gegend, die ohnehin auf dem Plan steht. Und wer fotografieren möchte, sollte die Richtung des Lichts und die Wolken ebenso berücksichtigen wie den Namen des Ortes.
Wir haben vier Kriterien herangezogen: Abwechslung der Landschaft, sinnvolle Anbindung an eine Region, Reiz zu verschiedenen Tageszeiten und Eignung als Pause an einem Tag mit dem Auto. Deshalb sind Cabo Girão, Ponta do Rosto, Encumeada, Boca da Corrida, Pico da Torre und Véu da Noiva keine absoluten Sieger. Sie lohnen sich, weil sie unterschiedliche Seiten Madeiras zeigen und sich mit nahe gelegenen Zielen kombinieren lassen, ohne den Tag in eine hastige Folge von Stopps zu verwandeln.
Öffnen Sie vor der Abfahrt die Karte, wählen Sie eine Hauptregion und einen Ausweichstopp. Planen Sie außerdem genügend Zeit zum Parken, für einen kurzen Spaziergang und dafür ein, einfach die Aussicht zu genießen. In den höheren Lagen kann sich die Sicht rasch ändern; an der Küste beeinflussen Licht und Bewölkung ebenfalls stark, wie die Landschaft wirkt.
Einige Links zur Buchung auf dieser Seite sind gesponsert.
Osten und Ponta de São Lourenço: früh mit Blick auf den Atlantik starten
Der Aussichtspunkt Ponta do Rosto am östlichen Ende der Insel ist eine sehr passende Wahl für den ersten Teil des Tages, besonders wenn Sie in Funchal, Santa Cruz oder Machico übernachten. Die Halbinsel hat einen ganz eigenen visuellen Charakter: Klippen, offener Ozean und trockenere Farbtöne als im grünen Norden. Visit Madeira hebt hervor, dass man von diesem Punkt aus sowohl die Nord- als auch die Südküste sehen kann.
Ein zusätzlicher Spaziergang ist nicht nötig, damit sich der Besuch lohnt. Der Aussichtspunkt eignet sich als eigenständiger Stopp, sodass Sie den restlichen Tag für Machico, Porto da Cruz oder einen anderen Ort an der Ostküste einplanen können. Wer den Wanderweg Vereda da Ponta de São Lourenço gehen möchte, sollte ihn als eigenes Vorhaben betrachten: Prüfen Sie am selben Tag den offiziellen Wegestatus und die Hinweise für das Schutzgebiet, statt davon auszugehen, dass der Weg begehbar ist.
Ponta de São Lourenço ist ein Naturdenkmal. Das Institut für Wälder und Naturschutz beschreibt die Gegend als trocken und von vorherrschenden Winden geprägt. Diese exponierte Lage erklärt das offene Gefühl des Ortes, spricht aber auch dafür, eine zusätzliche Kleidungsschicht mitzunehmen, auf den Wind zu achten und sich an exponierten Stellen vorsichtig zu verhalten. Das ist kein Aussichtspunkt für einen hastigen Halt mit offener Autotür: Parken Sie nur dort, wo es erlaubt ist, und bleiben Sie an den vorgesehenen Stellen.
Wenn Sie den Osten noch aus einer weiteren Perspektive erleben möchten, lässt sich der Aussichtspunkt Portela in einen Tag einbauen, der Machico und Porto da Cruz verbindet. Betrachten Sie ihn nicht als obligatorische Fortsetzung von Ponta do Rosto. Es sind Landschaften mit unterschiedlichen Ausrichtungen und Charakteren. Besuchen Sie Portela nur, wenn Sie ohnehin nach Norden fahren.
Inselinneres und Zentralgebirge: die Geografie der Insel erleben
Wer verstehen möchte, wie Madeira aus dem Meer aufragt, findet im Inselinneren eine Qualität, die kein Küstenblick ersetzen kann. Der Aussichtspunkt Encumeada liegt laut Visit Madeira auf 1.007 Metern und zeigt die Dimensionen des Gebirgszugs. Der Blick reicht sowohl zur Nord- als auch zur Südküste. Die Täler von São Vicente und Ribeira Brava helfen dabei, die Insel als Ganzes zu erfassen und nicht nur als Küstenlinie.
Der Aussichtspunkt bietet sich bei einer Fahrt zwischen Süden und Norden an, nicht als Anlass, den Tag mit möglichst vielen Anstiegen vollzupacken. Halten Sie an, schauen Sie in beide Richtungen und entscheiden Sie, ob die Sicht einen längeren Aufenthalt lohnt. Wenn Wolken die Hänge bedecken, ist das kein gescheiterter Plan: Es ist eine andere Seite Madeiras, die Sie beobachten können. Sie können nach São Vicente hinunterfahren oder über die Südseite zurückkehren, statt die erhoffte Fotogelegenheit erzwingen zu wollen.
Die Boca da Corrida oberhalb des Tals von Curral das Freiras ist für eine andere Art von Besuch gedacht: für alle, die statt des Meeres Berge, Gipfel und Tiefe suchen. Der Aussichtspunkt liegt in der Gemeinde Jardim da Serra. Die offizielle Beschreibung hebt Curral das Freiras, Eira do Serrado und das Zentralmassiv hervor. Der Ort eignet sich besonders, wenn Sie dem Inselinneren an einem Tag mit dem Auto den Schwerpunkt geben möchten. Auf den hoch gelegenen Straßen ist jedoch eine ruhige Fahrweise gefragt.
Der Vormittag und der frühe Nachmittag sind für diese Aussichtspunkte günstig, weil Sie dann noch Ihre Route anpassen können, falls Nebel aufzieht. Eine bestimmte Uhrzeit mit garantiert wolkenfreiem Himmel gibt es nicht. Prüfen Sie vor der Abfahrt von Ihrer Unterkunft den Wetterbericht und den Straßenzustand. Halten Sie außerdem eine Alternative in niedrigerer Lage auf derselben Inselseite bereit.
Süden und Câmara de Lobos: Aussichtspunkte für einen entspannten Nachmittag
An der Südküste lassen sich Aussichtspunkte mit Orten, Restaurants und Spaziergängen am Meer verbinden, ohne daraus einen reinen Bergtag zu machen. Der Pico da Torre in Câmara de Lobos ist eine Möglichkeit für alle, die einen Panoramablick über die Stadt suchen. Auf 205 Metern Höhe bietet er einen 360-Grad-Blick über die Gemeinde und einen Teil von Funchal. Die Bucht und die Fischerboote geben der Landschaft einen guten Maßstab. Der Stopp passt gut zum späten Vormittag oder Nachmittag, wenn Sie ohnehin in dieser Gegend unterwegs sind.
Weiter oben verändert das Cabo Girão die Dimensionen: Die Klippe erhebt sich 580 Meter über dem Meer, und die Glasplattform bietet einen Blick auf Câmara de Lobos, Funchal und die Anbauflächen am Fuß der Steilwand. Wer weite Ausblicke und einen gut erschlossenen Stopp schätzt, kann ihn gut zwischen Funchal und dem Westen der Insel einplanen. Wenn Ihnen der Blick durch Glas unangenehm ist, ist das Erlebnis möglicherweise nicht ideal für Sie. Der Grund für den Besuch ist die Landschaft, keine Mutprobe.
Legen Sie für diesen Stopp keine starre Uhrzeit fest. Besuchsregelungen, Zugang und Besucherandrang können sich ändern. Prüfen Sie vor der Abfahrt die aktuellen Informationen auf der offiziellen Seite des Cabo Girão und wählen Sie eine Zeit, die den Rest des Tages nicht unter Druck setzt. Für einen entspannteren Nachmittag sind Pico da Torre und Câmara de Lobos eine kürzere Kombination. Cabo Girão ist besser geeignet, wenn Sie genügend Zeit haben, um zu bleiben und den Ausblick auf sich wirken zu lassen.
Nord- und Nordwestküste: Klippen, Wasserfälle und Stopps unterwegs
An der Nordküste ist es keine gute Idee, von einem Aussichtspunkt zum nächsten zu eilen. Besser ist es, Pausen auf der Strecke zwischen São Vicente, Seixal, Ribeira da Janela und Porto Moniz einzuplanen. Der Aussichtspunkt Véu da Noiva an der alten Straße zwischen São Vicente und Seixal bietet den Blick auf einen Wasserfall, der den Hang hinab bis zum Meer fließt. Seinen Reiz verdankt der Ort dem Kontrast zwischen Wasser, Vegetation und Ozean, nicht einer großen Höhe.
Der Aussichtspunkt lässt sich ganz natürlich in eine Fahrt entlang der Küste einbauen, besonders bei sanftem Licht oder an einem hellen, aber nicht übermäßig grellen Tag. Versprechen Sie sich dennoch keinen Wasserfall mit einer bestimmten Wassermenge, denn das kann variieren. Nehmen Sie ihn so wahr, wie er sich an diesem Tag zeigt, und fahren Sie weiter, wenn das Wetter eine andere Priorität nahelegt.
Weiter westlich bieten Porto Moniz und Ribeira da Janela unterschiedliche Ausblicke als Abschluss eines Tages im Norden. Im Katalog von Visit Madeira wird der Aussichtspunkt Ribeira da Janela für den Kontrast zwischen grünen Hängen und Atlantik genannt. Vom Aussichtspunkt Santinha blickt man auf Porto Moniz, die natürlichen Schwimmbecken und den Felsen Ilhéu Mole. Versuchen Sie nicht unbedingt, beide anzusteuern. Wählen Sie denjenigen, der am besten zu Ihrer Route und dem ohnehin geplanten Halt im Ort passt.
Für Reisende, die gern mehrere kurze Pausen einlegen, ist diese Küste eine der lohnendsten Regionen. Wer auf kurvigen Straßen schnell ermüdet, fährt besser nur einen Teil der Nordküste ab und kehrt rechtzeitig zurück. Das Tempo gehört zum Ausflug dazu.
Orientierung und praktische Planung vor der Autofahrt
Teilen Sie die Aussichtspunkte zunächst auf drei mögliche Tage auf, auch wenn Sie am Ende nur zwei davon nutzen: Osten, Inselinneres/Süden und Norden/Westen. So vermeiden Sie den häufigen Fehler, die Insel mehrmals zu durchqueren, nur weil jeder Aussichtspunkt „unbedingt sehenswert“ erscheint. Ein Tag im Osten kann Ponta do Rosto und einen Küstenort umfassen. Ein Tag im Inselinneren könnte sich um Encumeada oder Boca da Corrida drehen. Für einen Tag im Norden bieten sich Véu da Noiva und Porto Moniz an.
Wählen Sie für jeden Tag einen Hauptaussichtspunkt und einen weiteren als mögliche Ergänzung. Der erste rechtfertigt die Route. Der zweite kommt nur dazu, wenn Wetter, Energie und Straßenverhältnisse es zulassen. Dieser Puffer ist besonders wichtig, wenn Sie im Winter reisen, wenn weniger Tageslicht zur Verfügung steht, oder wenn das Wetter unbeständig ist. Nehmen Sie Wasser, eine warme Kleidungsschicht und ein geladenes Handy mit, lassen Sie aber keine Gegenstände sichtbar im Auto liegen.
Prüfen Sie noch am selben Tag die Wetterwarnungen und die Straßenlage. Der Regionale Zivilschutzdienst von Madeira teilt mit, dass seine Website und die App Prociv Madeira aktuelle Informationen zu Wetter und Straßen bereitstellen. Bei Empfehlungen zu starkem Regen rät er dazu, die Geschwindigkeit zu reduzieren, und weist auf Wasseransammlungen sowie Straßensperrungen oder Einschränkungen hin. Gibt es eine Warnung oder kommt Ihnen eine Straße nicht sicher vor, kehren Sie um: Kein Aussichtspunkt ist eine riskante Entscheidung wert.
Verlassen Sie sich schließlich nicht blind bis auf den letzten Meter auf eine Navigations-App. Vergleichen Sie das Ziel mit der offiziellen Seite des Aussichtspunkts, beachten Sie die örtliche Beschilderung und halten Sie zum Fotografieren nicht auf schmalen Seitenstreifen. Madeira belohnt Autofahrer, die lieber weniger sehen, dafür aber genauer hinsehen.
Häufige Fragen zu Madeiras Aussichtspunkten mit dem Auto
Welcher Aussichtspunkt auf Madeira eignet sich am besten für den ersten Inselbesuch?
Das hängt davon ab, in welcher Gegend Sie unterwegs sind. Cabo Girão ist von Funchal aus praktisch zu erreichen. Ponta do Rosto zeigt eine ganz andere Seite der Insel. Encumeada eignet sich für alle, die das Inselinnere sehen möchten. Wählen Sie einen Aussichtspunkt, der zu Ihrem Tagesplan passt, statt allein wegen seines Namens einen Umweg zu machen.
Kann man an einem Tag mit dem Auto mehrere Aussichtspunkte besuchen?
Ja, sofern sie in derselben Region liegen oder in dieselbe Fahrtrichtung fallen. Zwei gut ausgewählte Stopps lassen genügend Zeit zum Fahren und Parken und dafür, die Landschaft zu genießen. Osten, Inselinneres und Nordwesten an einem Tag zu kombinieren, ist meist ermüdend.
Wann ist die beste Tageszeit für einen Besuch von Ponta do Rosto?
Der frühe Tagesbeginn passt gut zu einer Route durch den Osten. So bleibt der restliche Tag für Machico, Porto da Cruz oder Santana frei. Wind, Dunst und Sichtverhältnisse können sich jedoch ändern. Prüfen Sie am selben Tag die Vorhersage und passen Sie Ihre Erwartungen entsprechend an.
Kann ich an Aussichtspunkten in großer Höhe mit gutem Wetter rechnen?
Nein. Encumeada und Boca da Corrida liegen in höheren Gebieten, in denen Wolken die Aussicht verändern können. Halten Sie einen alternativen Plan auf derselben Inselseite bereit und prüfen Sie vor der Abfahrt die offiziellen Wetterwarnungen und Straßenverhältnisse.
Gibt es besondere Vorsichtsmaßnahmen beim Fahren zu den Aussichtspunkten?
Fahren Sie langsam, halten Sie genügend Abstand, beachten Sie die Beschilderung und parken Sie nur an erlaubten Stellen. Bei starkem Regen sollten Sie den Empfehlungen des Zivilschutzes folgen, der vor Wasser auf der Fahrbahn und möglichen Einschränkungen warnt. Halten Sie niemals nur für ein Foto auf einem schmalen Seitenstreifen an.